Ohr juckt? 7 häufige Ursachen für juckende Ohren
Ein juckendes Ohr kann unglaublich unangenehm sein. Oft möchte man sofort mit dem Finger, einem Wattestäbchen oder einem anderen Gegenstand nachhelfen. Doch nicht jedes Ohrjucken bedeutet, dass das Ohr „schmutzig“ ist. Erfahren Sie, welche Ursachen hinter juckenden Ohren stecken können und worauf Sie bei der Ohrenpflege achten sollten.
Warum juckt mein Ohr?
Wenn das Ohr plötzlich juckt, denkt man häufig zuerst an Ohrenschmalz oder Schmutz. Tatsächlich können jedoch verschiedene Faktoren dahinterstecken.
Die Haut im äußeren Gehörgang ist empfindlich. Deshalb können bereits trockene Haut, häufiges Reinigen, Ohrhörer oder andere Reize zu einem unangenehmen Juckgefühl führen.
Auch Ohrenschmalz selbst ist nicht grundsätzlich etwas Schlechtes. Cerumen schützt die Haut des Gehörgangs und hilft dabei, Staub und abgestorbene Hautzellen nach außen zu transportieren.
Ohrenschmalz ist ein natürlicher Bestandteil der Ohrenpflege und nicht automatisch ein Zeichen mangelnder Hygiene.
1. Trockene oder gereizte Haut
Eine häufige Ursache für Ohrjucken kann trockene oder gereizte Haut im äußeren Ohr sein.
Wer seine Ohren sehr häufig reinigt oder immer wieder mit Gegenständen im Gehörgang reibt, kann die empfindliche Haut zusätzlich reizen.
In diesem Fall bedeutet „noch gründlicher reinigen“ nicht unbedingt, dass das Problem verschwindet. Manchmal kann weniger Reinigung die bessere Lösung sein.
2. Zu viel Ohrenschmalz
Bei manchen Menschen produziert der Körper mehr Ohrenschmalz als bei anderen. Wenn das Cerumen nicht ausreichend nach außen transportiert wird, kann es sich im äußeren Gehörgang ansammeln.
Ein Ohrenschmalzpfropf kann unter anderem ein verstopftes Gefühl, Juckreiz oder eine vorübergehende Hörminderung verursachen.
Wichtig ist deshalb, zwischen normalem Ohrenschmalz und einer stärkeren Ansammlung zu unterscheiden.
3. Häufige Verwendung von In-Ear-Kopfhörern
In-Ear-Kopfhörer sitzen direkt im äußeren Gehörgang. Dadurch können sie bei manchen Menschen die natürliche Bewegung von Ohrenschmalz nach außen beeinflussen.
Außerdem können sich durch regelmäßiges Tragen Ohrenschmalz und Rückstände stärker ansammeln. Deshalb sollten In-Ear-Kopfhörer regelmäßig gereinigt werden.
Wenn das Ohr häufig juckt, kann es sinnvoll sein, die Nutzung von In-Ear-Kopfhörern zeitweise zu reduzieren und auf die Reaktion des Ohres zu achten.
4. Wattestäbchen und übermäßige Ohrenreinigung
Viele Menschen reagieren auf ein juckendes Ohr sofort mit einem Wattestäbchen.
Das kann jedoch kontraproduktiv sein. Beim Reinigen kann Ohrenschmalz tiefer in den Gehörgang geschoben werden. Gleichzeitig kann die Haut durch wiederholtes Reiben gereizt werden.
Das kann zu einem unangenehmen Kreislauf führen:
Deshalb sollte ein juckendes Ohr nicht automatisch mit noch mehr Reinigung beantwortet werden.
5. Wasser nach dem Duschen oder Schwimmen
Manche Menschen bemerken Ohrjucken oder ein verstopftes Gefühl besonders nach dem Duschen oder Schwimmen.
Wasser kann vorhandenes Ohrenschmalz aufweichen. Wenn bereits viel Cerumen vorhanden ist, kann sich das Gefühl eines verstopften Ohres dadurch vorübergehend verstärken.
Bei wiederkehrenden Beschwerden sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.
6. Hautreizungen oder Unverträglichkeiten
Auch Produkte, die in der Nähe des Ohres verwendet werden, können bei empfindlicher Haut eine Reaktion auslösen.
Dazu können beispielsweise bestimmte Kosmetikprodukte, Shampoos oder andere Substanzen gehören.
Wenn das Jucken immer wieder nach der Verwendung eines bestimmten Produkts auftritt, kann es sinnvoll sein, dessen Verwendung zu pausieren und die Reaktion zu beobachten.
7. Eine Entzündung kann ebenfalls dahinterstecken
Nicht jedes Ohrjucken lässt sich durch Ohrenschmalz erklären. Wenn das Jucken zusammen mit Schmerzen, Schwellung, Ausfluss, deutlicher Hörminderung oder anderen Beschwerden auftritt, kann eine medizinische Ursache dahinterstecken.
In solchen Fällen sollte man nicht versuchen, das Problem selbst mit Gegenständen im Ohr zu behandeln.
Stattdessen ist eine Untersuchung durch eine Ärztin oder einen Arzt sinnvoll.
Wie sollte man juckende Ohren reinigen?
Die wichtigste Regel lautet: Nicht automatisch tiefer ins Ohr greifen.
Das Ohr verfügt über einen natürlichen Selbstreinigungsmechanismus. Ohrenschmalz wird durch Bewegungen des Unterkiefers langsam in Richtung Ohrmuschel transportiert und kann anschließend entfernt werden.
Sichtbare Rückstände an der Ohrmuschel können vorsichtig mit einem weichen Tuch entfernt werden.
Wenn du eine praktische Möglichkeit für die äußere Ohrenpflege suchst, solltest du auf eine sanfte Anwendung achten.
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Was sollte man bei juckenden Ohren vermeiden?
- Wattestäbchen tief in den Gehörgang einführen
- Mit Fingern oder anderen Gegenständen im Ohr kratzen
- Ohrenschmalz gewaltsam entfernen
- Bei Schmerzen oder Ausfluss selbst im Ohr herumprobieren
- Das Ohr ständig und unnötig reinigen
Besonders wichtig ist, bei anhaltenden oder starken Beschwerden nicht ausschließlich von einer Ansammlung von Ohrenschmalz auszugehen.
Wann sollte man wegen Ohrjucken zum Arzt?
Gelegentliches leichtes Jucken ist nicht automatisch ein Grund zur Sorge. Bei zusätzlichen Beschwerden sollte man jedoch medizinischen Rat einholen.
- Starke oder anhaltende Ohrenschmerzen
- Ausfluss oder Flüssigkeit aus dem Ohr
- Deutliche Hörminderung
- Schwindel
- Starke Schwellung oder Reizung
- Wiederkehrende Beschwerden
Eine medizinische Untersuchung kann helfen, die tatsächliche Ursache festzustellen.
Fazit: Ein juckendes Ohr braucht nicht immer mehr Reinigung
Ohrjucken kann viele verschiedene Ursachen haben. Ohrenschmalz, trockene Haut, häufiges Reinigen, In-Ear-Kopfhörer oder andere Reize können eine Rolle spielen.
Deshalb sollte man bei juckenden Ohren nicht automatisch zum Wattestäbchen greifen. Eine schonende und bewusste Ohrenpflege ist oft der bessere Ansatz.
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Medizinischer Hinweis
Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Religenix® ist kein Medizinprodukt und dient der persönlichen Ohrenpflege. Bei Schmerzen, Ausfluss, deutlicher Hörminderung, Schwindel oder anhaltenden Beschwerden sollte eine Ärztin oder ein Arzt konsultiert werden.
Quellen: Gesundheitsinformation.de und gesund.bund.de.